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Der Jenaer Bierstreit


Der Jenaer Bierstreit oder wie finanziert man eine Universität

Ein Stück zur 450-jährigen Universitätsgeschichte in Jena;
geschrieben und aufgeführt vom
Karnevalverein LNT e.V.

Um die neue Universität in Jena für Studenten und Professoren attraktiv zu machen, verzichtete
der Herzog Johann Friedrich I. bereits an der 1548 gegründeten Hohen Schule in Jena auf die
Abführung der Tranksteuer für Bier und Wein. Diese Privilegierung versetzte die Hohe Schule und
ab 1558 die Universität in die Lage, Bier etwas billiger auszuschenken als der städtische
Schankkeller! Verbunden mit diesem Privileg war allerdings, das billigere Bier nur an die
berechtigten Universitätsangehörigen selbst zu verkaufen. Das tat die Universität aber nicht. Sie
verkaufte auch an Bürger und Bauern. Dadurch sah sich die Stadt Jena benachteiligt, entgingen
ihr doch wichtige Einnahmen aus der Tranksteuer.
Aus der ständigen Verletzung dieser Einschränkung für den Bierausschank durch die Universität
entstand der über mehr als 250 Jahre währende JENAER BIERSTREIT zwischen den Professoren
der Universität und dem Jenaer Rat, ausgetragen vor den Herzögen in Weimar als Schlichter und
Richter. Ein Streit, der zum Teil kuriose Züge trug, und der dem LNT für das Jenaer
Selbstverständnis wertvoll genug erschien, ihn als JENAER BIERSTREIT anlässlich des 450. Jubiläums
der Universität auf der Bühne auferstehen zu lassen: geschichtstreu, bierernst, über drei
(von uns entdeckte!) Eskalationsstufen.
Erfahren Sie also im Lichte neuester Forschungen die wirklichen Hintergründe für die Ansiedlung
der Universität in Jena, informieren Sie sich, wie man eine Universität auch mit wenig Geld über
die Jahrhunderte bringt, lernen Sie etwas über die knallharten Einschränkungen für die Studenten
im „Rosenprivileg“, bewundern Sie die kreativen Tricks der Professoren oder kurz und gut: Bilden
Sie sich weiter und kommen Sie zu völlig neuen Ein-blicken in die 450-jährige Geschichte unserer
altehrwürdigen Salana.
Die Aufführungen über den JENAER BIERSTREIT richten sich an alle, die sich dafür interessieren,
warum die Universität nach Jena kam, wie sich ihre Gründung vollzog und wie sie sich auch mit
Hilfe des herzoglichen Tranksteuerprivilegs finanziell über Wasser gehalten hat. Ein Privileg,
welches in dieser Art und über eine so lange Zeit wohl einmalig in Deutschland war und somit ganz
originäre Jenaer Lokalgeschichte ist.
Das Stück schließt von seinem Inhalt her - Jenaer Universitätsbiergeschichte - nahtlos an den
durch den Karnevalverein LNT e.V. realisierten Neuguss und die Wiederaufstellung der Skulptur
ERGO BIBAMUS auf dem Johannisplatz an. Die Skulptur ERGO BIBAMUS erinnert an die bis
1903 existente Universitätsbrauerei.
Alle im JENAER BIERSTREIT verarbeiteten Handlungen haben einen nachvollziehbaren
geschichtlichen Hintergrund in Form überlieferter Dokumente und Veröffentlichungen. Von einigen
Interpretationsfreiheiten abgesehen, haben wir uns als Verfasser an diese überlieferten Tatsachen
gehalten. Viel mehr war auch nicht nötig.